Eisenhandschuhs letzte Reise

Leben und Sterben des Gouverneurs Jørgen Iversen Dyppel

klewitz-eisenhandschuh-cover-120. Oktober 1671 – die Fregatte „Færø“ verlässt die Reede von Kopenhagen mit einem besonderen Auftrag – die Kolonisierung der Insel St. Thomas in der Karibik. Die dänische Westindien-Kompanie hat damit einen ebenso pflichttreuen wie eigenwilligen Mann betraut: Jørgen Iversen Dyppel. In bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, ist die Ernennung zum Gouverneur für ihn ein Triumph, da er seine Erfahrungen als Weltreisender endlich unter Beweis stellen kann. Es ist aber auch der Beginn einer Tragödie, an der zahlreiche Umstände und nicht zuletzt Menschen teilhaben.

Der Roman basiert auf historischen Tatsachen. In drei Abschnitten wird Dyppels Lebensgeschichte erzählt, wobei der erste Teil seine Zeit auf St. Thomas schildert, im zweiten verschiedene „Zeugen“ Stellung nehmen, im dritten schließlich die zweite und letzte Reise des Gouverneurs aus der Sicht des Sohnes und der zweiten Ehefrau wiedergegeben wird. Offen bleibt bei den verschiedenen, teils gegensätzlichen Perspektiven, ob der Protagonist anders hätte handeln können. Als Mensch seiner Zeit war er an deren Konventionen gebunden und musste die ihm von König und Kompanie auferlegte Mission kompromisslos durchführen. Dass er am Ende selbst einem Gewaltakt zum Opfer fiel, ist nicht nur Ironie des Schicksals, sondern einer von vielen Fällen in der Weltgeschichte.

Erschienen bei Edition diá Berlin 2017 http://www.editiondia.de/editiondiabellet.html#Klewitz1

Rezension „Der Nordschleswiger“, Cornelius von Tiedemann, 22. 12. 2017

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Endstation Deutschland

cover_endstation„Endstation Deutschland“ erzählt die Geschichte von Camillo Klotz, eines in der Nachwendezeit herangewachsenen Jungen aus dem Oderbruch. Aufgezogen von Eltern mit DDR-Prägung, sieht er sich im Alltag mit den Problemen seiner Generation in einem wirtschaftlich und gesellschaftlich vernachlässigten Umfeld konfrontiert, versäumt aber den Absprung, zu dem ihm Katja, die Tochter eines Nachbarn und seine erste Liebe, rät. Während das Mädchen das Dorf verlässt, um im Westen Arbeit zu suchen, bleibt Camillo zurück. Er misstraut den Segnungen der Bundesrepublik und gerät nach dem Tod seiner Mutter in eine Spirale aus Perspektivlosigkeit und Gewalt.  An mehreren Überfällen beteiligt, flüchtet er schließlich in den Westen, muss aber erkennen, dass auch dort niemand auf ihn wartet. Vollständig ohne Bindung und Bleibe begeht er einen Einbruch, in dessen Folge eine andere von ihm begangene Straftat aufgedeckt und er vor Gericht gestellt wird.

Der Roman schildert eine fiktive Begebenheit, die in der Realität durchaus Parallelen hat. Die Aussichtslosigkeit vieler Jugendlicher gerade im Osten der Republik ist eines der brisantesten Probleme unserer Gegenwart. Noch heute, nach über 20 Jahren Wiedervereinigung, sind viele Menschen in den neuen Bundesländern nicht in der Bundesrepublik angekommen. Von ihren westlichen Nachbarn überwiegend als Mitbürger zweiter Klasse wahrgenommen, finden sie sich sowohl in sozialer als auch ökonomischer Hinsicht benachteiligt. Da politische Programme für eine Verbesserung der Lage fehlen, enden viele Jugendliche, mehrheitlich Männer, in einer Harz-IV-Spirale, die sie anfällig macht für Versprechungen politischer Extremisten.

Verlag am Park, Berlin 2015: http://www.eulenspiegel.com/verlage/edition-ost/titel/endstation-deutschland.html

Website Stadt Hohen Neuendorf

Newsletter 1.2016 Dr. Ute Finckh-Krämer, MdB

Kegilé

oder Die seltsame Reise des Kammerdieners Jeremias Grobschmied von Brandenburg nach Afrika
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Der Dorfjunge Jeremias Grobschmied reist 1681 als Kammerdiener des Grafen Otto Friedrich von der Gröben nach Westafrika, um die erste brandenburgische Kolonie zu gründen. Unterwegs begegnet er fremden Völkern und Sitten als auch der Sklaverei, die der junge Grobschmied aus tiefster Überzeugung ablehnt, die ihm jedoch durch einen Zufall eine Lebensgefährtin zuführt. Es ist das Eingeborenenmädchen Kegilé. Vom Kapitän der „Kuprinz“ für drei Musketen gekauft, durchleidet es an Bord ein wahres Martyrium, aus dem erst Jeremias es befreien kann.
Kegilé stirbt und lässt Jeremias mit seinem Sohn allein zurück. Schließlich kann er nach Europa zurückkehren. In Paris erlebt er den Pomp des „Sonnenkönigs“, erfährt aber auch von dessen Protestantenverfolgung. Davon abgestoßen, hilft er einer Hugenottenfamilie bei ihrer Flucht nach Deutschland und kehrt nach sechs Jahren endlich selbst dorthin zurück.
Der Roman basiert auf realen Begebenheiten. Während der Held eine ebenso fiktive Figur ist wie das Mädchen Kegilé, sind die bis zur Errichtung der Festung Groß Friedrichsburg geschilderten Begebenheiten teilweise den Aufzeichnungen des Grafen Gröben entnommen.

Erschienen bei Edition diá Berlin 2016 (Print/E-Book)http://www.editiondia.de/editiondiabellet.html#Klewitz1

Café Vaterland

Roman zweier Brüder
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„Café Vaterland“ spielt in Berlin Anfang des 20. Jahrhunderts. Hauptpersonen sind die Geschwister Oskar und Maximilian von Kraucha, die, zusammen in der ländlichen Idylle ihres Elternhauses aufgewachsen, durch die Ereignisse ihrer Zeit gespalten werden. Oskar, der Ältere, kämpft im Ersten Weltkrieg an der Westfront, Maximilian, der Jüngere, im Osten. Ihre Erlebnisse, die Weise, wie sie das Grauen des Kriegsalltags zu verarbeiten versuchen, bilden den Nährboden für den Konflikt, bei dem die Liebe Maximilians zu Emily Senftenberger, der Tochter eines jüdischen Psychiaters, eine Schlüsselrolle spielt. Emily, im Geist der Aufklärung und Toleranz erzogen, unterstützt ihren späteren Verlobten Maximilian in seiner pazifistischen Weltsicht, deren Prinzipien sich jedoch mit den vaterländischen Idealen seines Bruders nicht vereinbaren lassen. Dessen Eifersucht führt schließlich zu einer endgültigen Entzweiung, die während der Spartakusunruhen im Januar 1919 in einen Mord mündet. Der Roman zeigt die Komplexität der Ereignisse nach dem Abdanken Kaiser Wilhelms II., die Schwäche der jungen Republik und deren Bedrohung durch radikale Elemente des linken und rechten Lagers. Er illustriert eine Epoche, die den aufkommenden Nationalsozialismus mit prägen sollte – die Geburt der Weimarer Republik.

Erstveröffentlichung als E-Book bei Edition diá Berlin 2013: http://www.editiondia.de/editiondiabellet.html

Druckversion Epubli 2016: http://www.epubli.de/shop/autor/Andreas-von-Klewitz/15558

Das Lied des Polyphem

Bildnis eines Massenmörders
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Der Roman erzählt die Lebensgeschichte von Harald Gerneweg, einem in behüteten Verhältnissen aufgewachsenen jungen Mann, der, gänzlich unpolitisch, mehr oder weniger zufällig zur SS kommt und williger Vollstrecker der „Endlösung“ wird. Schicksalhaft verkettet mit ihm ist die Jüdin Anna. Sie, die einmal Haralds erste Schwärmerei war, wird mit ihrem Vater aus Berlin deportiert und überlebt das Minsker Ghetto, flieht zu den Partisanen und steht schließlich dem SS-Mann Gerneweg am Erschießungsgraben gegenüber. Der Prozess vor einem sowjetischen Militärgericht, in dem Anna als Zeugin aufgerufen wird, bringt die Protagonisten erneut zusammen. „Das Lied des Polyphem“ erschien ein Jahr vor Jonathans Littells Bestseller „Die Wohlgesinnten“. In Anlehnung an reale Biografien zeichnet der Autor das Psychogramm eines Täters und stellt die Frage: Was macht Menschen zu Mördern? Die Prozesse gegen NS-Verbrecher zeigen auf: Eitelkeit, Geltungsdrang, Karrierestreben, Diensteifrigkeit und Obrigkeitsglauben gehörten ebenso zu den Triebfedern des Bösen wie Erwägungen materieller Art, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und Charakterschwäche.

Erstveröffentlichung 2004 bei Parthas Verlag Berlin, 2013 als E-Book bei Edition diá Berlin erschienen: http://www.editiondia.de/editiondiabellet.html

Druckversion Epubli 2016: http://www.epubli.de/shop/autor/Andreas-von-Klewitz/15558

Online-Rezension Berliner Zeitung

Online-Rezension Schattenblick

Online-Rezension Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ), Kasachstan

Der Erzchinese

Oder wie ein törichter schlesischer Landedelmann am preußischen Hofe ein großer Herr wurde
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Potsdam im Jahre 1785. Nach einer abenteuerlichen Irrfahrt trifft der junge schlesische Landedelmann Ulrich von Kuckwitz in der preußischen Residenzstadt ein. Er benötigt Hilfe. Das Gut seiner verstorbenen Eltern ist überschuldet, obendrein leidet der junge Mann an einer seltsamen Erbkrankheit, die ihn im täglichen Leben vor einige Schwierigkeiten stellt. Während eine Verwandte bei Hofe vergeblich um Unterstützung nachsucht, schließt Ulrich Bekanntschaft mit einem einflussreichen Offizier, der der Sekte der Rosenkreuzer angehört und ein Freund des späteren preußischen Königs ist. Dieser Umstand wird den jungen Mann in höchst eigentümlicher Weise aus seiner Notlage befreien…

Erstveröffentlichung bei Parthas Verlag Berlin 2005, E-Book-Ausgabe bei Edition diá Berlin 2013: http://www.editiondia.de/editiondiabellet.html

Druckversion Epubli 2016: http://www.epubli.de/shop/autor/Andreas-von-Klewitz/15558

Küss mich wenn die Welt untergeht

Die merkwürdigen Erlebnisse des Kommissars Ivar Gullemose in der Endzeit
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Elvebakken, Nordnorwegen, im Jahr X. Kommissar Ivar Gullemose versteht die Welt nicht mehr. In einem undichten Wohncontainer der Klimakatastrophe trotzend, bekommt er eines Tages von seinem Vorgesetzten aus Berlin mitgeteilt, dass ein Mitglied der Weltregierung ermordet worden sei. Damit beginnt eine seltsame Reise in die Zukunft, die den Protagonisten quer durch Europa führt und ihn schließlich mit einem ausgedienten russischen U-Boot zur Lösung des Falls in die Tiefen vor Neufundland abtauchen lässt. Unterwegs hat Gullemose allerlei seltsame Begegnungen: Liebschaften mit gestrandeten Menschen, ein Wiedersehen mit Ex-Frau und Tochter, er trifft geschäftstüchtige Matrosen und missionierende Mönche in einer apokalyptischen Welt, die nicht mehr zu retten ist, in der aber jeder sich auf seine Weise zu retten versucht. Der Roman parodiert eine Zeit, die heute schon begonnen hat. Er geht mit denjenigen ins Gericht, die den Planeten materialistischen Interessen opfern und den Sehenden zurufen, sie mögen ihre Augen verschließen. Gullemose ist gewissermaßen ein Advokat der Pessimisten. Vieles, was er erlebt, lässt sich schon heute schon erahnen, eine Entwicklung, bei welcher am Ende der Mensch auf der Strecke bleiben wird. Gullemoses Abenteuer ist Komödie und Tragödie zugleich. Auf der einen Seite trotzt er der Unbill des täglichen Lebens, andererseits erkennt er die Aussichtslosigkeit seines Kampfes angesichts der von Menschen gemachten Zerstörung, die am Ende auch sein Dasein zu vernichten droht. Aber der Kommissar überlebt. Und fordert auf, Widerstand zu leisten, auch wenn dieser Widerstand vielleicht zwecklos ist.

Druckversion Epubli 2016: http://www.epubli.de/shop/autor/Andreas-von-Klewitz/15558